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Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich erweitert ihre Dienstleistungen mit einer psychogeriatrischen Wohnunterstützung – der Spitex Wohnassistenz.
Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich erweitert ihre Dienstleistungen mit einer psychogeriatrischen Wohnunterstützung – der Spitex Wohnassistenz. Bild: zvg

Wohnunterstützung für psychisch kranke ältere Menschen

Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich erweitert ihre Dienstleistungen mit einer psychogeriatrischen Wohnunterstützung – der Spitex Wohnassistenz. Sie erprobte das Angebot in einem dreijährigen Pilotprojekt. Die spezielle Wohnform für psychisch kranke Menschen über 60 startete im Oktober 2005 in der Siedlung Espenhof. Heute liegt die Projektauswertung auf dem Tisch. Sie macht klar: Die Spitex Wohnassistenz schliesst eine Lücke.

pd // Die Projektidee entstand vor sechs Jahren. Die Mitarbeiterinnen der Spitex Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) beobachteten, wie ältere Mieterinnen und Mieter aus psychischen Gründen mit ihrem Alltag überfordert waren. Gleichzeitig suchten Institutionen und Fachleute für psychisch kranke Seniorinnen und Senioren nach einer Wohnmöglichkeit. Die SAW erkannte das Problem und suchte nach einer Lösung, die für die Betroffenen zahlbar ist und das Dienstleistungsangebot sinnvoll ergänzt.

Mit einem Pilotprojekt erprobte die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich in dreizehn nebeneinanderliegenden Einzimmerwohnungen das assistierte Wohnen. Dank der finanziellen und ideellen Unterstützung der Age Stiftung konnte die SAW das Projekt wissenschaftlich begleiten und evaluieren lassen. Die beiden Soziologinnen Daniela Gloor und Hanna Meier von Social Insight haben die Bewohnerinnen und Bewohner zehn Monate nach dem Projektstart und im Frühling 2008 nach ihrem Wohlbefinden befragt. Zusätzlich führten sie im Mai 2008 ein Fotoprojekt durch. Von den assistiert Wohnenden haben sich acht Personen, fünf Frauen und drei Männer, für das Fotoprojekt engagiert. Mit einer einfachen Einwegkamera dokumentierten sie ihren Alltag. Die Fotosujets sollten zeigen, was für sie gut, was weniger gut am Leben im Wohnprojekt ist. Die Fotografinnen und Fotografen kommentierten ihre Bilder in einem persönlichen Gespräch mit den Evaluatorinnen. In den Gesprächen wurde deutlich, das assistierte Wohnen bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern viel Raum für eigenständige Aktivitäten und ermöglicht ihnen eine selbständige Lebensführung.

Die meisten schätzen die Autonomie, gleichzeitig aber auch den gemeinsamen Mittagstisch und die täglichen Gespräche mit dem Wohnassistenz-Team. Einzelne wünschten sich mehr Struktur oder mehr gestaltete Freizeit. Alle Befragten schätzen ihre neue Wohnform. Sie möchten ihre Wohnung mit Spitex-Unterstützung nicht mehr verlassen.

In der Schlussevaluation sind auch Fachleute über ihre Erfahrung mit dem Projekt befragt worden. Sie begrüssen das Angebot und bewerten die Leistungen der Spitex Wohnassistenz positiv. Sie stellten erleichtert fest, dass ihre Klientin oder ihr Klient die verschriebenen Medikamente wieder regelmässig einnimmt, dass sich deren gesundheitliche Situation stabilisiert oder gar verbessert hat.

Das Pilotprojekt überzeugt auch finanziell. Die Kosten sind deutlich günstiger als ein Heim- oder Klinikaufenthalt. Während man in einem Altersheim zwischen 185 und 205 Franken im Tag rechnen muss, beträgt der Durchschnittspreis der Spitex Wohnassistenz nur 90 Franken im Tag. Darin inbegriffen sind die regelmässige Betreuung durch eine Pflegefachfrau mit psychiatrischer Fachausbildung, das tägliche Mittagessen, die Wohnungsmiete und die üblichen Grundleistungen, welche zu einer SAW-Wohnung gehören – wie etwa der monatliche Wäscheservice.

Die Spitex Wohnassistenz schliesst die Lücke zwischen unbetreuter Wohnsituation und stationärer Einrichtung. Nach dem guten Ergebnis der Evaluation wird die SAW dieses Angebot weiterführen und ausbauen.

Broschüre zur Spitex Wohnassistenz ("Age Impuls" Juni 2009 von der Age Stiftung) herunterladen (PDF). >>

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